Michael Haller (Hrsg.): Brauchen wir Zeitungen?

Noch immer gehört die Tageszeitung – vor allem die Regionalpresse – zur informatorischen Grundausstattung der Demokratie. Und noch immer nutzen zwei Drittel der Erwachsenenbevölkerung die Zeitung, um sich zu orientieren –  mehr, als die Fernsehnachrichten Zuschauer haben.

Einerseits.  Andererseits stecken die Tageszeitungen tief in der Krise: sinkende Verkaufsauflagen, schrumpfende Werbe-Erlöse, Konkurrenz durch die Online-Medien. Und mangelndes Interesse bei den jungen Erwachsenen.

Propheten der Onlinewelt erklären die Zeitung für tot; viele Blattmacher kontern mit griffigen Lösungsideen. Doch beide Seiten verweigern sich der Anstrengung, den Mediennutzungstrend zu analysieren und die sich wandelnden Lebensstile der jungen Bevölkerung zu verstehen. Kaum einer Zeitung gelingt es, auf die veränderten Erwartungen ihres Publikums konstruktiv einzugehen. In ihrer Panik agieren viele Blattmacher kontraproduktiv und tragen so zur Verschärfung der Krise bei. Wie kann die Krise überwunden werden?

Michael Haller, einer der bestausgewiesenen Zeitungsforscher Deutschlands, hat auf der Basis zahlreicher Erhebungen und empirischer Studien die Umstände und Einflussgrößen der Zeitungskrise erforscht. Aus seinen Befunden entwickelt er zehn Vorschläge, wie die Regionalzeitung ihre Geltung im crossmedialen Medienkonzert wiederfinden und zudem neue Leserschaften erschließen kann. In diesem Reader beschreibt Michael Haller das Potenzial, das in der Regionalzeitung noch immer steckt.