Freiheit des Wortes – Freiheit der Gesellschaft?

70 Jahre Artikel 5 des Grundgesetzes

Eine Tagung des Europäischen Instituts für Journalismus- und Kommunikationsforschung e.V. (EIJK) in Kooperation mit dem European Centre for Press and Media Freedom (ECPMF) und der University of Education (PH Schwäbisch Gmünd)

„Jeder hat das Recht, seine Meinung frei zu äußern“

Seit Frühsommer des Jahres 1949 ist mit Artikel 5 des Grundgesetzes die Presse- und Meinungsäußerungsfreiheit wie auch der freie Zugang zu Informationsquellen formal gewährleistet. Doch es dauerte Jahrzehnte, ehe Politiker und die staatlichen Institutionen dieses „Abwehrrecht“ der journalistischen Medien respektierten. Mit dem Internetzeitalter erweitert sich nun dieser Freiheitsanspruch zu einem Jedermannsrecht – und ist erneut umkämpft und umstritten.

Auf dieser Tagung sprechen renommierte Expertinnen und Experten über die 70-jährige Geschichte dieses Fundamentalrechts und diskutieren die aktuellen Probleme und Perspektiven. Diese öffentliche Konferenz richtet sich an interessierte Bürgerinnen und Bürger wie auch an Studierende und Medienschaffende. Um Anmeldung für die Tagung auf der Website oder über Email an Emma Hattstein (hattstein@eijc.eu) wird gebeten.

Dienstag, 25. Juni 2019, 10 bis 17 Uhr
Mediencampus Villa Ida der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig
Poetenweg 28, 04155 Leipzig

Event Schedule & Agenda Builder App | Sched

Programm

09:30-10:00               Eintreffen der Teilnehmer und Referenten

10:00 Uhr                   Prof. Dr. Michael Haller                                                                                                                           Begrüßung, kurze Einführung in die Themensetzung der Tagung

1. Schwerpunkt: Die Pressefreiheit in der BRD – ein Lernprozess

10:30-11:00                Prof. Dr. Udo Branahl                                                                                                                            Die Entfaltung der Kommunikationsfreiheit durch das Bundesverfassungsgericht zwischen 1950 und 1970

11:00-11:15                Rückfragen aus dem Plenum

11:15-11:45                Prof. Dr. Christoph Degenhart                                                                                                             Medienfreiheit in 70 Jahren Grundgesetz – Konsolidierung und Wandel

11:45-12:15                Moderierte Diskussion mit den Referenten

12:30-13:30                Mittagessen

13:30-15:00                Jana Hahn, Heiko Hilker, Sergej Lochthofen, Dr. Lutz Kinkel                                                 Pressefreiheit in der Praxis: Die politische Beeinflussung des Rundfunks in der BRD und der DDR

15:00-15:15                Kaffeepause

2. Schwerpunkt: Pressefreiheit und die „Internetisierung“ der Medienkommunikation

15:30-16:00                Dr. Jörg Ukrow                                                                                                                          Vielfaltssicherung zwischen Digitalisierung und Europäisierung

16:00-16:20               Dr. Manfred Redelfs
Auskunftsanspruch: Von der Freiheit der Presse zum Jedermannsrecht

16:20-16:30                Rückfragen aus dem Publikum

16:30-16:50                Dr. Sandra Kostner                                                                                                               Zusammenfassung des Gesagten, Erkenntnisse aus den Tagungsbeiträgen

Schlusswort

Überleitung zu den Veranstaltungen der Medienstiftung

 

Referenten

Prof. em. Dr. phil. Michael Haller

Prof. em. Dr. phil. Michael Haller leitet das Europäische Institut für Journalismus- und Kommunikationsforschung (EIJK) in Leipzig. Bis zu seiner Emeritierung Ende 2010 lehrte er an der Universität Leipzig, wo er den 1993 reformierten Diplomstudiengang Journalistik aufgebaut hat. Vor seiner wissenschaftlichen Laufbahn war Haller als Reporter und Redakteur in verschiedenen Pressemedien tätig, darunter 13 Jahre beim Spiegel, dann als Ressortleiter bei der Zeit. Er ist Verfasser mehrerer Standardwerke des Journalismus, darunter „Recherchieren“ (heute 8. Auflage) und „Die Reportage“ (5. Auflage).

 

Univ. Prof. Dr. jur. Udo Branahl

Univ. Prof. Dr. jur. Udo Branahl war von 1979 bis 2011 Professor für Medienrecht an der Universität Dortmund. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten gehören das Medienrecht und die Gerichtsberichterstattung. Außerdem ist er in der Aus- und Weiterbildung von Journalisten (Redakteuren und Volontären) und von Öffentlichkeitsarbeitern sowie auf dem Gebiet der Rechtsdidaktik (Aus- und Fortbildung von Prüfern juristischer Examen) tätig.

 

Prof. em. Dr. iur. Christoph Degenhart

Prof. em. Dr. jur. Christoph Degenhart stammt aus München und studierte Rechtswissenschaften in München und Lausanne. Seit 2010 ist er ordentliches Mitglied des Sächsischen Verfassungsgerichtshofs. Er schrieb über 300 Publikationen sowie zahlreiche Rechtsgutachten aus allen Bereich des öffentlichen Rechts, ist Verfasser eines Standardwerks zum Staatsorganisationsrecht, Verfahrensbevollmächtigter vor dem Europäischen Gerichtshof, dem Bundesverfassungsgericht, dem Bundesverwaltungsgericht, Oberverwaltungsgerichten der Länder und bei Sachverständigenanhörungen.

 

Jana Hahn

Jana Hahn ist Chefredakteurin beim Mitteldeutschen Rundfunk. Gleichzeitig verantwortet sie das Nachrichtenradio MDR Aktuell als Programmchefin. Die dreifache Mutter ist seit 1992 beim MDR beschäftigt: zunächst als Redakteurin und Chefin vom Dienst, später als Abteilungs- und Redaktionsleiterin. 2016/17 leitete sie als Vorsitzende die Konferenz der ARD-Radio-Chefredakteure.

 

Heiko Hilker

Heiko Hilker wurde 1966 in Eberswalde geboren. Er ist gelernter Elektromonteur und hat fünf Kinder. Zwischen 1986 und 1991 studierte er Informationstechnik an der TU Dresden und engagierte sich von 1991 bis 1993 in den DT64-Freundeskreisen. Von 1994 bis 2009 war er Abgeordneter im Sächsischen Landtag, seit 1997 ist er Mitglied im MDR-Rundfunkrat. Seit 2009 ist er Geschäftsführer des Dresdner Instituts für Medien Bildung und Beratung (DIMBB).

 

Sergej Lochthofen

Sergej Lochthofen wurde 1953 in Workuta geboren. Von 1971 bis 1973 war er Volontär bei der Zeitung Das Volk der SED-Bezirksleitung für den Bezirk Erfurt. 1973 bis 1977 studierte er Journalistik an der Universität Leipzig. Er war weiterhin als Nachrichtenredakteur bei Das Volk tätig. Der Name der Zeitung wurde 1990 in Thüringer Allgemeine geändert und Lochthofen zum Chefredakteur ernannt. Bis 2009 war er Chefredakteur der Zeitung. Lochthofen ist Mitglied des PEN-Zentrum Deutschland.

 

Dr. Lutz Kinkel

Dr. Lutz Kinkel ist Geschäftsführer des Europäischen Zentrums für Presse und Medienfreiheit (ECPMF) in Leipzig. Das Zentrum verteidigt das Grundrecht der Bürger auf unzensierte Information und Meinungsfreiheit. Zuvor hat Kinkel mehr als 20 Jahre als Journalist gearbeitet, zuletzt in leitender Funktion im Hauptstadtbüro des stern. Seine Promotion untersucht die Karriere der Regisseurin Leni Riefenstahl im NS-Staat.

 

Dr. Manfred Redelfs

Dr. Manfred Redelfs leitet die Rechercheabteilung von Greenpeace. Nach dem Studium der Journalistik und Politikwissenschaft in Hamburg, Washington, Berkeley und Oxford absolvierte er ein NDR-Volontariat und arbeitete für den Sender. Es folgten Vertretungen von Professuren an den Universitäten Hamburg und Leipzig. Redelfs ist ehrenamtlich aktiv im Vorstand der Journalistenorganisation Netzwerk Recherche, vor allem zum Thema „Auskunftsrechte“.

 

Dr. Jörg Ukrow

Dr. Jörg Ukrow  wurde 1960 geboren. Ab 1989 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am  Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Völkerrecht und Europarecht an der Universität des Saarlandes. Ab 1992 war er Rundfunkreferent in der Staatskanzlei des Saarlandes. Seit 2003 ist Dr. Ukrow stellvertretender  Direktor der Landesmedienanstalt-Saarland und seit 2016 geschäftsführendes Vorstandsmitglied am Institut für Europäisches Medienrecht (EMR).

 

Dr. Sandra Kostner

Dr. Sandra Kostner ist Migrationsforscherin und seit 2010 Geschäftsführerin des Masterstudiengangs Interkulturalität und Integration an der PH Schwäbisch Gmünd. Sie studierte Geschichte und Soziologie an der Universität Stuttgart und promovierte an der University of Sydney, wo sie auch am Historischen Institut und am Institut für Jüdische Studien lehrte.