Prof. Dr. Michael Haller gibt die Leitung des Instituts ab. Vom 1. Mai an ist Prof. Dr. Gabriele Hooffacker die neue Wissenschaftliche Direktorin.
Leipzig, der 7. April 2026: Das Europäische Institut für Journalismus- und Kommunikationsforschung e. V. (EIJK) hat ab Mai eine neue Führung. Prof. Dr. Gabriele Hooffacker, bis Juli 2025 stellvertretende Direktorin des Instituts für Digitales Lehren und Lernen an der HTWK Leipzig, folgt auf Prof. Dr. Michael Haller, der das Forschungsinstitut seit seiner Gründung 2003 als Wissenschaftlicher Direktor leitete und sich altersbedingt zurückzieht.
„Prof. Dr. Michael Haller hat in den vergangenen mehr als zwei Jahrzehnten eine herausragende Arbeit am EIJK geleistet“, erklärt Stephan Seeger, Geschäftsführender Vorstand der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig, die das EIJK mit einer institutionellen Förderung und der Bereitstellung von Räumlichkeiten am Sitz der Stiftung unterstützt. „Ihm ist es gelungen, das EIJK mit didaktischen Programmen zur Medienkompetenz und zahlreichen Arbeiten zur praktischen Journalismusforschung in der wissenschaftlichen Gemeinschaft über Deutschland hinaus zu etablieren und mit engagierter Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses zu stärken“, so Seeger weiter.
„Der Medienwandel durch Digitalisierung und Internet verunsichert weite Teile der Bevölkerung,“ erläutert Michael Haller. Darum sei es für ihn besonders wichtig, „die Aufgaben des Journalismus in der Demokratie herauszustellen und für das Bildungssystem neue Lehrmittel zum Erwerb von Informations- und Medienkompetenz zu entwickeln“. Unter seiner Leitung entstand das breit fundierte Schulungsprogramm „Fit for news“. Die künftige Institutsdirektorin Prof. Dr. Hooffacker sagt: „Das EIJK ist hervorragend aufgestellt, um die lebendige und dynamische Leipziger Medienszene mit medien- und kommunikationswissenschaftlicher akademischer Forschung zusammenzubringen. Auf diese Aufgabe freue ich mich sehr!“
Mit der Auftaktveranstaltung für die Leipziger Mediengespräche am 29. April 2026 auf dem Mediencampus Villa Ida setzt Gabriele Hooffacker einen ersten inhaltlichen Impuls. Dabei diskutieren Experten aus Wissenschaft und Journalismus „Strategien gegen Hass im Netz“ (mehr Informationen dazu finden Sie im Anhang dieser Meldung).
Zur Person: Prof. Dr. Gabriele Hooffacker
Prof. Dr. Gabriele Hooffacker, geboren 1959 in München, studierte Germanistik, Geschichte und Wirtschaftswissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 1986 promovierte sie mit einer Arbeit über Einblattdrucke des 17. Jahrhunderts. Währenddessen war sie Mitarbeiterin der Monumenta Germaniae Historica. 1999 gründete sie die Münchner Journalistenakademie mit Lehrgängen und Seminaren rund um Online-Journalismus, die sie bis 2013 leitete, 2008 die Stiftung Journalistenakademie. Als Journalistin arbeitete sie für Online-Portale, Fachzeitschriften und Publikumsmagazine und veröffentlichte mehr als 50 Sachbücher rund um Journalismus, Medien und Internet.
2013 erhielt Hooffacker den Ruf an die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) Leipzig.Zwischen 2019 und 2025 war sie stellvertretende Institutsdirektorin des Instituts für Digitales Lehren und Lernen der HTWK Leipzig, das sie mitgegründet hat. Als Studiendekanin betreute sie mehrere Studiengänge, zuletzt den neuen Bachelor-Studiengang Medienproduktion. Von 2020 bis 2025 war sie Mitglied des Hochschulrates der HTWK.
Gabriele Hooffacker ist Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft sowie in der Jury des Alternativen Medienpreises. Mit Horst Pöttker und weiteren gibt sie seit 2018 die Open-Access-Zeitschrift Journalistik – Zeitschrift für Journalismusforschung heraus. Sie ist Herausgeberin der Journalismus-Reihe Journalistische Praxis (Springer VS).
Zur Person: Prof. Dr. Michael Haller
Prof. Dr. Michael Haller, geboren 1945 in Konstanz, studierte Philosophie, Sozial- und Politikwissenschaften in Freiburg und Basel, promovierte zur politischen Philosophie Hegels („System und Gesellschaft“) und sammelte umfangreiche journalistische Erfahrungen als leitender Redakteur in mehreren Regionalzeitungen. Prägend waren seine Stationen als Reporter beim Spiegel, dessen Redaktion er über zehn Jahre angehörte, sowie der Zeit. Dort leitete er über mehrere Jahre das Ressort „Dossier“. Daneben war er Dozent an der Zürcher Universität, lehrte an Journalismusakademien wie auch an Aus- und Fortbildungsbildungsstätten zur Theorie und Praxis des Journalismus. Seit damals ist er Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft
Anfang 1993 erhielt Haller den Ruf auf die Professur für Allgemeine und Spezielle Journalistik an der Universität Leipzig. Von 1994 bis zu seiner Emeritierung 2010 hatte er den Lehrstuhl Journalistik inne. Seither berät er Medienredaktionen und wirkt als Stiftungsrat in Einrichtungen der Journalistenausbildung im In- und Ausland. Seit 2018 ist er gewähltes Mitglied der Gelehrtengesellschaft Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin. Neben zahlreichen medienwissenschaftlichen Veröffentlichungen zur Funktion des Journalismus in informationsoffenen Gesellschaften war Haller Gründungsherausgeber der internationalen Zeitschrift für Journalismus message sowie Herausgeber der Buchreihe Leipziger Journalismus. Als Verfasser mehrerer Lehrbücher hat er grundlegende Standards des praktischen Journalismus geschaffen.
Seit dessen Gründung 2003 war Michael Haller auch Wissenschaftlicher Direktor des EIJK.
Zum Institut
Das EIJK war 2003 als Institut für Praktische Journalismusforschung (IPJ) auf Anregung der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig vom Lehrstuhl Journalistik der Universität Leipzig als ein Gemeinschaftsprojekt der Universität und der Medienstiftung mit Unterstützung der Sparkassenversicherung Sachsen gegründet worden. Seit 2011 ist es unter dem Dach der Medienstiftung eine eigenständige gemeinnützige Forschungsstätte.
2014 wurde das Institut als Europäisches Institut für Journalismus- und Kommunikationsforschung neustrukturiert. Seitdem werden insbesondere die Rolle der Medien und des Journalismus in Westeuropa in den Blick genommen. Soziale Informationsstrukturen und -prozesse werden dabei ebenso untersucht wie normative Fragen der Medienfreiheit und Unabhängigkeit des Journalismus. Die wissenschaftliche Arbeit will mit interdisziplinärer Forschung, empirischen Studien sowie praxisbezogenen Projekten zum internationalen Diskurs beitragen. Mit ihren Erkenntnissen soll das Medienverständnis in der Bevölkerung gestärkt, wie auch Probleme der Qualität im Journalismus konstruktiv diskutiert werden.
Das EIJK ist als gemeinnütziger Verein organisiert, den die Medienstiftung mit Räumlichkeiten in der Villa Ida sowie mit einer institutionellen Förderung unterstützt.
Leipziger Mediengespräche
Ab diesem Jahr führen das EIJK und die Medienstiftung der Sparkasse Leipzig erstmals die Leipziger Mediengespräche durch. Die Leipziger Mediengespräche verstehen sich als Forum der Diskussion, Vermittlung von Medienwissen und Medienkompetenz auf Augenhöhe. Zielgruppe sind Menschen in Journalismus und Medien, in pädagogischen Berufen, Schulen und Hochschulen, Politik und Verwaltung ebenso wie Studierende und Aktive im Ehrenamt.
In einem Diskussionsformat mit zwei bis vier Diskussionspartnern werden öffentlich relevante Themen aus Journalismus und Medien mit Expertinnen und Experten vorwiegend aus Sachsen verhandelt und einem breiteren Publikum vermittelt.
Beim 1. Leipziger Mediengespräch am 29. April 2026 dreht sich alles um „Strategien gegen Hass im Netz“. Was sind die Ursachen für den zunehmend rauen Ton auf Online-Plattformen, der insbesondere Journalistinnen und Journalisten entgegenschlägt? Liegt es an der oft zitierten Spaltung der Gesellschaft, gibt es weitere Ursachen? Vor allem aber: Was hilft dagegen – kurz- und längerfristig? Das erste Leipziger Mediengespräch stellt Ansätze und Konzepte vor, wie Journalismus mit dem Hass im Netz umgeht und diskutiert, welche Strategien erfolgreich sein können.
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- Ort: Mediencampus Villa Ida, Poetenweg 28, 04155 Leipzig
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- Zeit: Mittwoch, 29. April 2026, 18:00 Uhr
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- Einlass ab 17:15 Uhr, Bar mit Getränkeverkauf geöffnet
Eintritt frei, um Anmeldung bis zum 27. April unter 0341-5629662 oder m.fiedler@mitteldeutsches-stiftungsmanagement.de wird gebeten.
Auf dem Podium:
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- Prof. Dr. Stine Eckert, Associate Professor am Department of Communication der Wayne State University, Detroit
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- Dr. Judith Kretzschmar, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum Journalismus und Demokratie der Universität Leipzig
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- Prof. Dr. Michael Haller, Europäisches Instituts für Journalismus- und Kommunikationsforschung (EIJK), Leipzig
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- Michael Krell, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Dresden und freier Autor der ZEIT im Themenfeld Rechtsextremismus
Moderation:
Prof. Dr. Gabriele Hooffacker, Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) Leipzig